lit.dates – Literaturgespräche
zu Literaturpreisen des Kantons Bern 2026

Jedes Jahr zeichnet die kantonalbernische Literaturkommission Werke von Autorinnen und Autoren aus. Lesebegeisterte erhalten nun schon zum dritten Mal kostenlos die Möglichkeit, einem prämierten Text auf eine neue Art zu begegnen – im Rahmen von zwei verschiedenen lit.dates im Vorfeld der Preisverleihung.

Nach der Anmeldung erhalten Sie ein Paket mit dem gewählten Buch und vorbereitenden Unterlagen.

lit.date #1 online mit Luzia Stettler

Lesetreffen jeweils um 20–21 Uhr

Bei diesem lit.date lädt die Literaturvermittlerin und langjährige SRF-Bücherfrau Luzia Stettler zum exklusiven Lesetreffen via Zoom. Die ausgezeichneten Bücher werden an fünf Abenden nacheinander (jeweils 20:00 – 21:00 Uhr) mit maximal 15 Teilnehmenden diskutiert:

Montag, 24. August 2026

Ennetlands

Fitzgerald & Rimini

Literarische Lieder voller Sehnsucht nach dem Unbekannten: Im neuen Album von Fitzgerald & Rimini erklingt unhörbar die Stimme einer Meerjungfrau in einem Wasserpark in Florida, ein Gletscher singt sein Abschiedslied, ein heimatloser Geist aus der Bronzezeit gleitet in einem alten Mercedes durch den Wald, eine Mutter durch das All. Das Berner Spoken-Word-Duo entführt uns mit «Ennetlands» an unerreichbare Orte und fördert Stimmen aus dem Dazwischen zutage.

Fitzgerald & Rimini bewegen sich seit Jahren an der Schnittstelle von Literatur, Musik und Performance. Das Duo besteht aus der Schriftstellerin und Spoken-Word-Performerin Ariane von Graffenried und dem Musiker, Klangkünstler und Komponisten Robert Aeberhard.

Dienstag, 25. August 2026

Keine Sorge alles gut

Malwina Ledniowska

Romi Weber, Pflegefachfrau in einer psychiatrischen Klinik, macht sich bereit für den Nachtdienst. Sie atmet gut durch, ist konzentriert und fokussiert. Abgrenzung ist ein wichtiges Thema in Romis Beruf, doch tatsächlich kreisen Gedanken zu einem tragischen Ereignis des Vortages noch in ihrem Kopf herum. Diese Nacht wird nicht nur Romi alles abverlangen.

Malwina Ledniowska ist 1987 in Polen geboren, wuchs in Deutschland auf und lebt heute in Bern. Das Schreiben begleitet sie seit ihrer Jugend und sie hat einige Jahre Erfahrungen im Pflegeberuf gesammelt. «Keine Sorge alles gut» ist ihr literarisches Debüt.

Mittwoch, 26. August 2026

Die geschenkte Leiche

Christoph Simon

Ein Berner Trödler mit Hang zu diskreten Aufträgen bekommt kalte Füsse, als die Leiche eines umstrittenen Architekten in seinem Kofferraum liegt. Diese Bescherung zwingt ihn, auf eigene Faust zusammen mit seiner Tochter zu ermitteln. Skurrile Begegnungen vor ikonischen Berner Kulissen, waghalsige Entscheidungen und haarsträubende Grenzgänge zwischen Recht und Kriminalität führen zur Lösung des Falls.

Christoph Simon, 1972 geboren, ist ein Berner Allrounder: Ex-Emmentaler, Ex-Jazzstudent, Studienabbrecher, Weltenbummler – heute Autor, Slam-Meister und Kabarettist. Er erzählt locker, denkt schräg und macht aus Alltag Literatur mit Augenzwinkern und Tiefgang.

Montag, 31. August 2026

Wildwechsel

Franziska Witschi

In 21 Geschichten erzählt Witschi vom Aufeinandertreffen von Mensch und Tier in der Stadt, an verschiedenen Orten auf der Welt. Die Figuren suchen die Natur nicht, sie begegnen ihr zufällig. Die Geschichten reflektieren unseren Umgang mit Natur, mit nichtmenschlichen Arten und erzählen von den Projektionen, Ängsten und Sehnsüchten, die wachgerufen werden, wenn der Mensch in der Stadt auf Wildnis stösst.

Franziska Witschi, 1973 geboren, studierte Biologie in Bern und absolvierte den Bildungsgang Literarisches Schreiben in Zürich. Als Biologin schafft sie Lebensraum, als Autorin lotet sie immer wieder das Verhältnis zur natürlichen Umwelt aus.

Dienstag, 1. September 2026

Notizen von der linken Hand

Veronika Zorn

Der Stift liegt fremd, unbeholfen und störrisch in der linken Hand, die nicht an das Schreiben gewöhnt ist. Sie schweigt und schaut der rechten Hand beim Schreiben zu. Plötzlich schweigt diese. Veronika Zorn lässt ihre Hände machen. In lyrischen Miniaturen und Schrift-Bildern manifestiert sich die (Eigen-)Dynamik des Schreibens: «Die Bewegung geht der Schrift voraus und ich ihr fragend hinterher.»

Veronika Zorn studierte in Wien Theater-, Film- und Medienwissenschaften sowie Sprachkunst. Sie untersucht Sprache in poetischen Experimenten. Unter anderem fragt sie, was die Hand mit dem Denken macht, wenn sie schreibt. Sie lebt in Wien und Biel.

lit.date #2 im Zentrum Paul Klee Bern

Samstag, 5. September 2026

Bei diesem lit.date #2 treffen Sie «Ihre» Autorin / «Ihren» Autor auch noch persönlich vor Ort – im Rahmen eines Austauschs mit Kurzlesungen. Die Preistragenden freuen sich auf Ihre Leseerfahrungen. Die lit.dates #2 sind öffentlich und finden gestaffelt am 5. September vor der Preisverleihung im Zentrum Paul Klee in Bern statt.

15:45-17 Uhr

Treffen & Diskussion mit Autorin / Autor

Fitzgerald & Rimini: «Ennetlands»
Malwina Ledniowska: «Keine Sorge alles gut»

(Moderiert von Mitgliedern der Literaturkomission)

17:15-18:30 Uhr

Treffen & Diskussion mit Autorin / Autor

Christoph Simon: «Die geschenkte Leiche»
Franziska Witschi: «Wildwechsel. Geschichten aus der Stadt»
Veronika Zorn: «Notizen von der linken Hand»

(Moderiert von Mitgliedern der Literaturkomission)

Anschliessend

Öffentliche Preisverleihung im Zentrum Paul Klee; moderiert wird dieser Festakt von Luzia Stettler.