Calgary

«Die Ferien» passt als Buch sehr gut zu Calgary: hier gibt es in der Innenstadt ein lebendiges Chinatown-Viertel; als 1886 der Bau der Canadian Pacific Railways abgeschlossen war, begannen viele Immigrant:innen aus China, sich hier in den ländlichen Gegenden der Provinz Alberta niederzulassen.
Auch die Eltern von Weike Wang, der Autorin von «Die Ferien», wanderten einst mit ihrer kleinen Tochter nach Nordamerika aus.

Und dieser biografische Hintergrund prägt den Roman: Keru, gebürtige Chinesin und von Beruf Unternehmensberaterin, lernt den Biologen Nate an der Uni kennen; er stammt aus North Carolina und ist der erste aus der Familie, der studieren darf.

Nach fünf Jahren Ehe wagen die beiden ein spannendes Experiment: sie mieten ein Ferienhaus in Cape Code und laden die beiden Schwiegereltern-Paare nacheinander für je eine Woche zum gemeinsamen Urlaub ein. Dass da Kulturen sprichwörtlich aufeinanderprallen, mag Keru und Nate wohl kaum überraschen: und doch wird ihre Beziehung auf eine harte Probe gestellt. Subtil und humorvoll zeigt Weike Wang , wie sich gegenseitige Vorurteile und Erwartungshaltungen familienintern nicht so leicht aus dem Weg räumen lassen. Und sie schafft es, dass uns beim Lesen immer wieder mal das Lachen im Hals steckenbleibt. Ein witziges und zugleich hoch-politisches Buch über die moderne US-Gesellschaft, die sich wohl für aufgeschlossener hält, als sie es im Alltag tatsächlich ist.