
Unsere abenteuerliche Reise im Rocky Mountaineer-Zug durch die wilde kanadische Natur endet in Vancouver. Was für eine einladende Stadt direkt am Wasser: strahlendes Wetter und blühende Bäume laden ein zu Erkundungen auf dem Fahrrad. Ueberall ist die Vorfreude auf die Fussball-WM zu spüren; 7 Spiele werden in Vancouver stattfinden, am 24. Juni trifft hier die Schweiz auf Kanada.
Zu diesem idyllischen Ort passt der Titel meiner jüngsten Lektüre: «Das glückliche Leben» von David Foenkinos. Der Franzose bietet gute Unterhaltung; und schafft es immer wieder, mit verblüffenden Twists das Publikum bei der Stange zu halten. Sein bevorzugtes Personal sind gutausgebildete Männer in der Midlife-Krise. Auch der geschiedene Manager Eric gehört in diese Kategorie: Eine ehemalige Schulkollegin, Amélie, holt ihn in Macrons’ Wirtschaftsministerium. Ihre erste gemeinsame Aufgabe: sie müssen eine grosse koreanische Firma überzeugen, in Europa dem Standort Mulhouse den Zuschlag zu geben. Wochenlang bereitet sich Eric auf dieses entscheidende Treffen in Seoul vor; und dann versagt er total: er erscheint nicht zum vereinbarten Termin und lässt Amélie im Regen stehen.

Die Peinlichkeit ist selbst für uns als Lesende kaum zum Aushalten. Wie holt ihn der Autor aus dieser Sackgasse wieder hinaus ? Eric war beim Stadtbummel zufällig in einen Laden geraten, der unter dem Titel «Happy life» ein skuriles Psycho-Experiment anbot: Sterben auf Probe. Das Konzept ist einfach: der Kunde legt sich für 1 -2 Stunden in einen Sarg und steigt als anderer Mensch wieder heraus.
Oh nein, denke ich beim Lesen – bitte keine esoterische Nahtod-Simulation ! Aber Foenkinos gelingt es tatsächlich, aus diesem schrägen Stoff eine packende Geschichte zu entwickeln: Eric trägt die Geschäftsidee nach Frankreich – und hat durchschlagenden Erfolg….
Ja – und jetzt fragt man sich natürlich: wie geht es mit Amélie und ihrer verpatzten Geschäfts-Mission weiter ? Auch hier gelingt dem Autor Überraschendes …




