
🎬 Hawaii verbindet mit Hollywood nicht nur den ersten Buchstaben. Oft wählen Filmemacher diese Inseln als Kulisse. «Jurassic Park» und «Jurassic World» zum Beispiel wurden mehrheitlich in Oahu gedreht, auf Kualoa Ranch und im Ka’a’awa Valley. Unsere Freundin Ingrid, die hier arbeitet, vermittelt mir eine Sightseeing-Tour durch das «Jurassic Park»-Gelände. 🦕
Die imposanten, grünen Bergketten versetzen mich beim Anblick sofort in die Urzeit zurück, und der Puls geht hoch, als wir das offene Feld sehen, über das die Hauptfiguren vor den Gallimimus-Dinos davonrennen. 🦖 Die unterhaltsame Fahrt bietet zudem Gelegenheit, das tropische Hawaii zu geniessen.
Das feuchtheisse Klima und die üppige Vegetation erinnern mich stark an meine letzte Reise in die Tropen, die Dominikanische Republik.
📖 So erstaunt es auch nicht, dass ich heute zum neuen Werk von Lukas Bärfuss überleite: «Königin der Nacht – ein kurzes Buch über meine Mutter» (Rowohlt).
Der Text beginnt in Santo Domingo, wo der Sohn gerade in der Wohnung der Mutter eingetroffen ist; sie war ausgewandert, weil sie sich ein Alter in der Schweiz gar nicht hätte leisten können. Jetzt ist sie tot, und der Sohn muss die letzten Dinge regeln. Gnadenlos blickt er zurück: «An eine zärtliche Geste kann ich mich nicht erinnern, auch an keine Fürsorge, an keine Berührung, an keinen Moment, den sie mir schenkte (…) Sie liess mich allein.» Nüchtern und kalt erzählt Bärfuss von einer Frau, die ständig Männer und Wohnungen wechselte, im Nachtleben aufblühte und den minderjährigen Sohn verstiess: Als billige Arbeitskraft bei Bauern.
Aber Lukas Bärfuss rechnet nicht einfach nur ab, sondern stellt historische Zusammenhänge her: Zu Fahrenden zum Beispiel, die ebenfalls nicht dem «seriösen» Bild von Schweizern entsprachen und deshalb ausgegrenzt wurden.
Und genau darin liegt die literarische Stärke dieses Buchs: Dass es dem Autor mit seiner grossen Sprachkompetenz und dem scharfen Intellekt gelingt, über das Private hinaus Allgemeingültiges aufzuzeigen. Und ich als Leserin ahne, dass das Schreiben auch seine Perspektive verändert: Er sieht nun seine Mutter auch als Teil eines Systems und nicht nur als egoistische «Königin der Nacht».










