Tokio III

Der Aufenthalt im bezaubernden Japan 🇯🇵 ist bald Geschichte: Vor dem Heimflug kehren wir nochmals nach Tokio zurück; dieses Mal in ein Hotel im 🏙️ «Wolkenkratzer-Distrikt» mit atemberaubender Rundsicht aus dem Zimmer im 35. Stock. Wir staunen selber, wie wir in den U-Bahn-Stationen 🚇 nicht mehr in Stress geraten, wenn wir auf den Fahrplänen und Ticketschaltern nur japanische Zeichen antreffen. Und wir geniessen neben Sushis 🍣 auch gerne zwischendurch mal ein Croissant im «Le Petit Mec» oder «Vie de France»; Japan scheint ein grosses Faible für Frankreich zu haben 🇫🇷.

Am letzten Tag besuchen wir einen Bio-Winzer im Rebbaugebiet ausserhalb von Tokio. Als wir aus dem Bus 🚎 steigen, merken wir schon optisch, dass wir nicht in der Toskana unterwegs sind: Hier dominiert die Pergola-Erziehung; d.h. die Trauben 🍇 hängen hoch über dem Boden, und leiden so nicht unter dem extrem feuchten Sommer ⛈️. Neben gängigen Sorten wie Merlot, Chardonnay oder Pinot 🍷 werden auch eigene Sorten angebaut; die populärste ist Koshu, eine elegante, meist säurearme Weißweintraube. Die Degustation läuft industriell: Man wirft eine 100 Yen-Münze 👛 in einen Automaten, und kann sich so – in Minibechern – durchs Sortiment klicken.
Zwei Flaschen 🍾🍾 «Koshu»-Weissen nehmen wir als Erinnerung mit; die stopfen wir noch in den Bücherkoffer 🧳.

📕 Den 14-stündigen Rückflug nach Zürich verkürzt mir «Die geschenkte Leiche» von Christoph Simon. Ich mag den trockenen Humor des Kabarettisten und Slam-Poeten, den er auch hier wunderbar einsetzt: Sein Held, der Trödelhändler Paul Gertsch, erledigt «Aufträge aller Art»; allerdings kommt auch er ins Schwitzen, als er in seinem Kofferraum 🚘 einen toten Promi-Architekten findet … Ein klassischer «Whodunit» mit charmantem Stadtberner Lokalkolorit. Und dass Simon auch literarisch aus dem Krimi-Genre etwas macht, bestätigt die Nachricht, dass er dafür soeben einen der fünf kantonalbernischen Literaturpreise gewonnen hat 🏆.

Kein Sieg gab es beim ersten WM-Einsatz der Schweizer Nati. Das erfahren wir genau in dem Moment, als wir erschöpft aber glücklich – nach unserer Reise einmal rund um die Welt – wieder zuhause eintreffen 🌏.