
Hiroshima – am 6. August 1945, morgens um 8.15 Uhr, fiel die Atombombe.
Im sogenannten «Hypozentrum», wo sie aufschlug, erstreckt sich heute der Hiroshima Peace Memorial Park. Wir durchqueren ihn auf dem Weg zum Museum. Die permanente Ausstellung ist gut strukturiert und arbeitet mit multimedialen Mitteln. Bereits im ersten Raum kann man sich über eine Luftaufnahme der noch unversehrten Stadt beugen und – dank Animations-Technik – miterleben, wie durch die Bombe innert Sekunden ein Gebiet von rund 13 Quadratkilometer in Schutt und Asche gelegt wurde.
Einzelne Stationen auf dem Rundgang sind schwer auszuhalten; vor allem die Biografien und Gegenstände von Kindern und Jugendlichen, deren Zukunft die Atombome zunichte machte. Oder auch die unauffälligen Steinstufen. Erst beim genaueren Hinschauen entdeckt man einen grossen, dunklen Fleck: Die extreme Hitzewelle bleichte den Stein weiss, hinterliess jedoch dort einen dunklen Umriss, wo sich eine Person hingesetzt hatte, um auf die Schalter-Öffnung zu warten. Heute ist diese Silhouette – der Schatten von Hiroshima – ein weltweites Symbol für die Zerstörung und das Leid der Opfer.
Genau gegenüber vom Museum, am anderen Ende des Parks, steht das Hiroshima-Friedensdenkmal: die sogenannte Atombomben-Kuppel, deren Gebäudestrukturen zum Teil der Wucht der Bombe getrotzt hatten. Als wir uns dem Dom nähern, fotografiert ein Lehrer gerade seine kichernde Schulklasse. Wie schön, denke ich, dass in Japan der Besuch dieser Gedenkstätte zum Pflichtstoff gehört: mögen viele junge Generationen aus der ganzen Welt hier vorbeikommen! Eine bessere Warnung gibt es nicht.
Als Vorbereitung auf Hiroshima habe ich das Sachbuch «Hiroshima – wie die Atombombe möglich wurde» des britischen Historikers Ron Overy gelesen (Verlag Rowohlt Berlin). Packend zeigt er auf, wie die USA – als erste Nation – die Atombombe entwickelt hatten, was politisch zum Abwurf im August 1945 führte und welche Konsequenzen der Einsatz der nuklearen Waffe bis heute hat.
Hervorragend dokumentiert und auch für Laien bestens verständlich.







