Kyoto

Kyoto: Das kulturelle Herz von Japan. ❤️ Einst die kaiserliche Hauptstadt, lockt es mit tausenden Tempeln, Shinto-Schreinen und alten Holzhäusern ein Heer von Touristinnen und Touristen an⛩️. Wir haben Glück: von Overtourism ist anfang Juni kaum etwas zu spüren. Das liegt aber auch daran, dass wir uns individuell bewegen: auf Fahrrädern 🚲. So können wir Verkehrstaus auf den Strassen ausweichen, kommen zügig vorwärts und machen in den kleinen Nebenstrassen viele überraschende Entdeckungen.🏮

Obwohl flächenmässig nur wenig kleiner als Berlin, hat man nie den Eindruck von einer Grosstadt 🏙️ . Mein besonderes Highlight: der Veloweg dem Katsuro-Fluss entlang; wir überqueren die malerische Togetsuko-Brücke und erreichen so auch problemlos den legendären Arashiyama-Bambuswald 🎋.
Gleich darunter verweilen wir lange im Tenryu-ji-Tempel, der für seine wunderschöne Gartenanlage 🌿 sowie seine historische Bedeutung als UNESCO-Weltkulturerbe bekannt ist.

📘 Nach den drei Tagen Kyoto kann ich die belgische Autorin Amélie Nothomb verstehen, die in ihrem neuen Buch «Die unmögliche Rückkehr» (Diogenes) festhält: «Japan ist mein liebster Ort, mein heiliges Land». 🇯🇵
Als Diplomatentochter hat sie ihre ersten fünf Jahre in Japan verbracht; dann zog die Familie weiter; für das Mädchen 👧🏻 offenbar «ein Trauma».
Als junge Erwachsene nahm Amélie Nothomb dann eine Stelle in Tokio an, in der Absicht, sich definitiv niederzulassen. Aber das Experiment scheiterte, auch weil ihr Japanisch in der Geschäftswelt nicht genügte.

Inzwischen sind mehr als 20 Jahre verstrichen, die Autorin hat längst in Paris Wurzeln geschlagen, als eine Freundin sie überraschend zu einer Reise nach Japan einlädt 🪭. Widerwillig sagt Amélie Nothomb zu; und nimmt uns mit in ihr einstiges Paradies. Durch ihre Augen können wir nachvollziehen, was diese Wiederbegegnung in ihr auslöst.
Der Bericht geht weit über eine Neu-Entdeckung «des Japans ihrer Kindheit» hinaus, sondern thematisiert grundsätzlich die Frage: Was heisst es, nach so langer Zeit seine Herzens-Heimat aufzusuchen; hat die Realität – vor dem Hintergrund der Idealisierung – überhaupt eine Chance?

📕 Ein stilles, weises Buch, das nachhallt!