Yukushima

Wasser spielt in Japan eine grosse Rolle; nicht nur gibt es unzählige Bade-Strände, sondern überall in Dörfern und Städten laden öffentliche Bäder, sogenannte «Onsen», zum Eintauchen💧. Auf unserer Reise sind wir fast täglich irgendwo ins heisse Wasser gestiegen. Es gelten strikte Regeln: Die Becken sind nach Geschlechter getrennt 👫, gebadet wird nackt, aber erst, wenn man sich gründlich 🧽 gewaschen hat.

Wie wichtig dieses Ritual für die Einheimischen ist, erleben wir zum Beispiel in der kleinen Ortschaft Yuda-Onsen. Die Legende erzählt, ein Mönch habe einen verletzten Fuchs in einem Bachbett gefunden 🦊; das Tier habe mehrfach dje schmerzende Pfote im Wasser gebadet und sei innert Kürze geheilt worden. Deshalb pflegt Yuda-Onsen nun den Fuchs in allen Varianten als Maskottchen und lässt ihn für lokale Thermal-Bäder werben.
Das schönste öffentliche Onsen entdecken wir auf der grünen Insel Yukushima im Süden Japans 🏝️. Dort liegt es direkt zwischen Felsen am Meer; man entspannt sich im heissen Wasser und geniesst den Blick auf den rauschenden Pazifik 🌊.

📘 «Unter Wasser» von Tara Menon (Dumont Verlag) passt als Lektüre wunderbar in diese Kulisse. Marissa, die Tochter eines Meeresbiologen und Arielle, deren Eltern an der Küste ein Hotel führen, lernen sich in Thailand als Kinder kennen. Sie sind unzertrennlich, teilen die Liebe zum Wasser und entwickeln eine enge Beziehung zu Mantarochen: Diese Fische – «die sanften Riesen des Ozeans» – haben Flossen von einer Spannbreite bis zu 7 Metern und pflegen liebevollen Kontakt mit den Mädchen. Atmosphärisch und dicht vermittelt uns die Autorin diese geheimnisvolle Unterwasser-Welt. Gleichzeitig spürt man beim Lesen, dass sich ein Unheil zusammenbraut… wir gehen auf Weihnachten 2004 🎄 zu …

Die Ich-Erzählerin Marissa schaut acht Jahre später – mittlerweile in N.Y. – auf jene gierigen Fluten zurück, die ihr Glück zerstört haben … Ein faszinierendes Buch über das Glück von Freundschaft und den Kummer, im falschen Moment am falschen Ort gewesen zu sein …